Geschichten des Widerstandes fortsetzen: Zur Unterstützung politischer Gefangener
Robert Saleem Holbrook

Während meiner Reisen durch das Gefängnissystem Pennsylvanias, in denen ich auch mit Isolationszellen und Hochsicherheitstrakten meine Bekanntschaft machte, hatte ich das Glück, direkt oder indirekt mit politischen Gefangenen der Black Liberation Army und der Black Panthers in Berührung zu kommen. Diese Gefangenen werden in der Regel in Isolationshaft und vom Rest der Gefangenen fern gehalten. Als ich 1991, damals noch als Jugendlicher, meine ersten Schritte in den Gefängnissen Pennsylvanias machte, hatte ich keine Ahnung von politischen Gefangenen in den USA, und schon gar nicht in Pennsylvania. Sobald ich jedoch – wiederum, direkt oder indirekt – mit ihnen in Kontakt kam, verstand ich sehr schnell, warum der Staat sie von den anderen Insassen trennte. Es waren nicht die Männer und Frauen selbst, die die Gefängnisbehörden fürchteten, sondern das Beispiel, das sie für andere Gefangene setzten, und die Tatsache, dass ihnen dieses Beispiel ungemeinen Respekt verschaffte. Jugendliche, die gegen alles und jeden rebellierten, standen schweigend an ihren Zellentüren, wenn Russell Maroon Shoats oder Joseph Jojo Bowen sprachen (um nur zwei von ihnen zu nennen, stellvertretend für viele andere). Wir verstanden ihre Sprache und wir verstanden ihren Widerstand. Sie brachten uns dazu, unser eigenes, selbstzerstörerisches, Verhalten in Frage zu stellen, vor allem aber auch das Verhalten der Regierung, die sich genauso ungerecht und korrupt verhielt wie wir.

Es lässt sich nicht behaupten, dass alle Gefangenen, die Russell Maroon Shoats oder Joseph Jojo Bowen reden hörten, zu entschlossenen Aktivisten und Revolutionären wurden. Der Großteil von ihnen jedoch wurde von der fehlenden Legitimität des Rechtssystems, des Gefängnissystems und der Regierung im Allgemeinen überzeugt. Dass Gefangene wie Russell Maroon Shoats oder Joseph Jojo Bowen praktisch permanent in Isolationshaft gehalten werden, dient einem doppelten Zweck. Erstens werden sie dadurch gehindert, andere Gefangene im Kampf gegen all jene Übergriffe und Ungerechtigkeiten zu organisieren, zu denen es in einem System kommen muss, in dem die Gefängnisverwaltung absolute Autorität hat. Zweitens dürfen sie kein Beispiel für andere Gefangene setzen. Alle, die ihre politischen Überzeugungen teilen und sich so verhalten wie sie, werden ebenfalls in Isolationszellen gesteckt. Die Isolationshaft ist, im weitesten Sinne, ein Versuch der Behörden, Geschichten des Widerstands auszulöschen, die sich nicht an geduldete Protestformen halten, das heißt, die keine friedlichen Proteste sind, die sich auf Unterschriftenlisten und Briefkampagnen beschränken, ohne wirklich Wirbel zu machen.

Die Isolierung von politischen Gefangenen und die speziellen Formen der Bestrafung, die für sie vorgesehen sind, haben historische Parallelen. Sie finden sich in einer anderen Institution, die für ihre Repression und Brutalität bekannt ist. Es ist heikel, im "post-rassistischen" Amerika über Sklaverei zu sprechen, aber eine der grausamsten Praktiken, mit der Sklavenhalter auf Plantagen in den gesamten USA Rebellionen vorbeugten, war es, die stärksten und widerspenstigsten Sklaven zu verunstalten oder schlicht zu töten. Damit sollte allen anderen Sklaven Angst eingejagt werden. Rebellion, oder auch nur der Gedanke daran, war ein Kapitalverbrechen in der Logik der Sklaverei. Die Sklavenhalter versuchten mit allen Mitteln, Aufstände zu vermeiden und den unterwürfigen Sklaven zum Vorbild für alle anderen zu machen.

Die Absicht, keine anderen Vorbilder unter unterdrückten Bevölkerungsgruppen zuzulassen, lebt heute im Prison Industrial Complex fort – dieser ist die gegenwärtige Plantagenordnung des imperialen Amerika. Über hundert politische Gefangene aus den 1960er, 70er und 80er Jahren werden von ihm versteckt gehalten. Sie verbüßen drakonische Strafen, die ihnen aufgrund ihrer Opposition gegen ein zutiefst rassistisches und ungerechtes System auferlegt wurden. Sie betonten, dass dieses System von Grund auf geändert werden muss – und zwar wirklich, nicht nur rhetorisch. So wurden sie zu Opfern einer brutalen Repressionskampagne der Regierung, an deren Spitze das illegale Counterintelligence Program (COINTELPRO) stand. Die Konsequenz war, dass viele dieser Gefangenen zu dreißig Jahren und mehr und damit zum Sterben im Gefängnis verurteilt wurden.

Die meisten der Gefangenen sind heute alt und haben schwere Gesundheitsprobleme. Trotzdem erwägt die Regierung keine Amnestie oder Entlassung aus humanitären Gründen. Schlimmer noch: die Regierung erkennt noch nicht einmal die Existenz dieser Männer und Frauen an und besteht darauf, dass es in den USA keine politischen Gefangenen gibt. Alle Gefängnisinsassen seien schlicht Kriminelle. Aber warum fürchtet sich die Regierung dann so vor diesen 60 und 70 Jahre alten Menschen? Was hält sie davon ab, sie nach Jahrzehnten im Gefängnis zu entlassen und ihre Existenz anzuerkennen? Es ist das von ihnen gesetzte Beispiel, das gefürchtet wird. Für die Regierung stehen diese Männer und Frauen für eine historische Periode, in der die Legitimität des Systems erfolgreich in Frage gestellt und angegriffen wurde, und zwar von Menschen, die eine revolutionäre Entschlossenheit und eine Vision für ein anderes Amerika hatten. Indem sie die politischen Gefangenen seit Jahrzehnten in Isolationshaft hält, hofft die Regierung, andere Gefangene davon abhalten zu können, ihrem Beispiel zu folgen – es geht um das Prinzip der Abschreckung, genauso wie zu Zeiten der Sklaverei.

Trotzdem wurden zahlreiche Gefangene, die, wie ich, aufgrund von Delikten im Gefängnis landeten, die nichts mit politischem Aktivismus zu tun hatten, von dem Beispiel der politischen Gefangenen beeinflusst und inspiriert. In vielen Fällen führte dies zu einer Veränderung unseres Denkens und Handelns. Wir stellten unsere kriminellen Aktivitäten immer mehr in Frage und wollten unsere "kriminelle Mentalität" in eine "revolutionäre Mentalität" verwandeln. Diese Wandlung sahen wir in dem früh verstorbenen revolutionären Gefängnisautor und -aktivisten George Jackson verkörpert. Dhoruba Wahad, ein Black Panther und ehemaliger politischer Gefangener, hat diese Wandlung als "militante Erlösung" beschrieben: im Versuch, sich zu ändern, geht es um eine Erlösung, die auf den Erfahrungen des militanten Kampfes für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit in Amerika beruht. Das galt auch für mich. Allerdings geht es nicht alleine darum, sich selbst zu ändern. Wir verlangen auch gesellschaftliche Veränderung. Der Wandel ist keineswegs leicht. Es werden einem von offizieller Seite alle möglichen Hindernisse in den Weg gelegt. In den Augen der Behörden repräsentieren wir die Rebellion, die sie zu unterbinden versuchen, indem sie politische Gefangene für Jahrzehnte in Isolationszellen stecken, in der Hoffnung, dass damit nicht nur die Gefangenen, sondern auch ihre "unamerikanischen" Überzeugungen begraben würden. Diese Überzeugungen bestehen ironischerweise aus nichts anderem als aus der Forderung nach Gerechtigkeit, partizipatorischer Demokratie und Selbstbestimmung. Nachdem wir die Absichten der politischen Gefangenen weiterführen, die das System vernichten will, sehen wir uns mit ähnlichen Repressionsmaßnahmen konfrontiert: Isolation, häufige Verlegung, Überwachung unserer Korrespondenz und unserer Kontakte nach draußen usw.

In diesem Kontext von Rebellion, Kampf und Repression ist eine neue Kategorie von Gefangenen entstanden, die das Erbe der politischen Gefangenen im Kampf gegen den Prison Industrial Complex weiterführt: Gefangene, die von Kriminellen zu Aktivisten für soziale Gerechtigkeit wurden. In den Communities, die gegen den Prison Industrial Complex kämpfen, sowie in radikalen politischen Bewegungen im Allgemeinen, gibt es zahlreiche Diskussionen darüber, in welcher Form diese Gefangenen betrachtet und unterstützt werden sollen. Viele der pointiertesten gegenwärtigen Kritiken der gesellschaftlichen Ungerechtigkeit, des Prison Industrial Complex, des Konzernkapitalismus usw. werden von politisierten Gefangenen artikuliert. Politisierte Gefangene organisierten vor kurzem auch die größten Gefängnisproteste in der Geschichte der USA: die Hungerstreiks gegen Isolationshaft in Kalifornien und die Arbeitsverweigerungen gegen sklavenähnliche Zustände in Georgia, wo Gefangene zu manueller Arbeit ohne Entlohnung gezwungen werden. In Pennyslvania haben politisierte Gefangene wertvolle Beiträge geleistet für die Arbeit von Menschenrechtsprojekten, Basisgruppen und Organisationen wie Decarcerate PA und die Human Rights Coalition, die beide gegen den Prison Industrial Complex und die Misshandlung von Gefangenen kämpfen.

Politisierte Gefangene bereichern den Kampf gegen den Prison Industrial Complex im ganzen Land. Sie sind eine Inspirationsquelle und organisieren sich gemeinsam mit Aktivist_innen und Organisationen draußen. Die Aktivitäten der Gefangenen sind zweifelsohne politisch – genauso wie ihre Repression politisch motiviert ist. Warum gibt es dann ein Zögern bei Aktivist_innen, wenn es um ihre Unterstützung geht? Die Argumente beziehen sich entweder auf einen Mangel an Ressourcen (was vollkommen legitim ist) oder auf ideologische Vorbehalte: eine kompromisslose Unterstützung politisierter Gefangener würde die Unterstützung politischer Gefangener gefährden, da die Unterscheidung zwischen "gewöhnlichen Kriminellen" und "politischen Gefangenen" verschwände.

Beide Argumente müssen ernst genommen werden. Solidaritätsgruppen für Gefangene mangelt es oft an Ressourcen. Sie haben wenig Geld und wenig Leute, die sich engagieren. Auch ist es möglich, dass die einzigartige Rolle politischer Gefangener aus dem Blickfeld gerät, wenn sie mit politisierten Gefangenen gleichgesetzt werden. Als jedoch der gefangene Black Panther Marshall Eddie Conway vor Jahren gefragt wurde, was einen politischen Gefangenen ausmacht, antwortete er: "Das ist eine Person, die sich gegen Ungerechtigkeit auflehnt... Ich habe im Laufe von mehr als dreißig Jahren im Gefängnis gelernt, dass viele Menschen, die aufgrund krimineller Aktivitäten im Gefängnis landeten, zu politischen Gefangenen wurden, ein entsprechendes Bewusstsein entwickelten und auf der Basis dieses Bewusstseins handelten." Hier wird also kein Unterschied gemacht zwischen Gefangenen, die aufgrund politischer Aktivitäten ins Gefängnis kamen, und ehemaliger Krimineller. Das ist von großer Bedeutung.

Marshall Eddie Conways Worte beinhalten einen wichtigen Aspekt, der sich direkt an politisierte Gefangene richtet: der Wandel von einem sozialen Gefangenen zu einem politischen Gefangenen ist nicht nur vom Bewusstsein abhängig, sondern auch davon, ob diesem Bewusstsein ein Handeln folgt. Kurz gesagt, es geht darum, das, was du predigst, auch zu tun. Viele von uns, die im Gefängnis politisiert wurden, wissen, dass es nicht ausreicht, den Genossen George Jackson, Malcolm X oder andere zu zitieren, ohne wirklich unsere Gangmentalität und unser kriminelles Verhalten abzulegen. Marshall Eddie Conway erinnert uns daran, dass wir zu bewussten Akteuren im Kampf gegen den Prison Industrial Complex werden müssen, wenn wir uns wirklich verändern wollen. Das Gleiche gilt für die Rolle, die wir im Rahmen breiter revolutionärer und progressiver Bewegungen spielen wollen, die um soziale Gerechtigkeit kämpfen.

Innerhalb des Prison Industrial Complex, der mehr als zwei Millionen Menschen gefangen hält, ist es unvermeidlich, dass sich Gefangene auflehnen und versuchen, ihre Hoffnungen und Visionen im Kampf gegen das Ungeheuer, in dessen Rachen sie geschleudert wurden, zu artikulieren. Das Motto des Black Liberation Movement war Repression Breeds Resistance, "Repression schafft Widerstand". Indem wir uns als Erben einer Widerstandsgeschichte von politischen Gefangenen sehen und diese als unsere Vorbilder betrachten, versuchen wir als politisierte Gefangene Beiträge zum Kampf für soziale Gerechtigkeit zu leisten. Die Bewunderung für unsere Vorbilder alleine reicht dazu nicht aus. Indem Aktivist_innen draußen unsere Bemühungen anerkennen, bestätigen sie auch unsere Menschlichkeit – eine Menschlichkeit, die der Prison Industrial Complex in jeder Form zu zerstören versucht. Die Unterstützung politisierter Gefangener hat eine persönliche Dimension. Mit unseren Perspektiven und Stimmen schaffen wir Brücken zwischen Aktivist_innen draußen und Gefangenen. Dies macht Widerstandsbewegungen gegen den Prison Industrial Complex breiter und stärker, da die allgemeinen Gründe, gegen den repressivsten aller Regierungsapparate zu kämpfen, durch persönliche ergänzt werden.

Die Beiträge der politisierten Gefangenen in diesem Kampf sind die Hauptgründe dafür, warum sie von Aktivist_innen, Basisgruppen und Bewegungen für soziale Gerechtigkeit unterstützt werden müssen. Erhalten sie diese Unterstützung, kommen sie in Kontakt mit Menschen, deren Kulturen und Biographien nichts mit dem repressiven und zerstörerischen Milieu des Gefängnisses zu tun haben. Das hilft den Gefangenen, die negativen Werte und Normen zu überwinden, die das Gefängnismilieu prägen und jeder revolutionären Entwicklung im Wege stehen, etwa männlicher Chauvinismus und Homophobie. Gleichzeitig haben politisierte Gefangene das Potential, soziale Bewegungen draußen (inklusive Solidaritätsbewegungen für Gefangene) zu bereichern, da wir Erfahrungen mit dem Prison Industrial Complex machen, die Aktivist_innen draußen nicht machen können. Das heißt nicht, dass unsere Analysen besser sind, doch wir sehen und erfahren Dinge, die andere nur schwer sehen und erfahren können, vor allem was die vielfältigen Waffen, die Tücken und Repressionsmittel des Prison Industrial Complex angeht. Darüber hinaus haben politisierte Gefangene die Möglichkeit, soziale Gefangene zu erreichen, die Aktivist_innen draußen nur schwer erreichen können: Gang-Mitglieder, Gefangene, die einen ähnlichen Hintergrund haben usw. Schließlich beweisen politisierte Gefangene, dass eine Erlösung im Gefängnis möglich ist, und dass es sich bei Gefangenen nicht um verlorene Seelen handelt, die eine Rückkehr in die Gesellschaft nicht verdienen.

Es gibt eine zusätzliche Dimension, die in diesem Zusammenhang wichtig ist: die Unterstützung von politisierten Gefangenen kann dabei helfen, die Unterstützung von Gefangenen nicht von der Frage "Schuldig oder unschuldig?" abhängig zu machen. Diese Frage ist in vielen Solidaritätsbewegungen sehr zentral, vor allem hier in Pennsylvania, wo unser Bruder Mumia Abu Jamal eine Art cause célèbre ist. Er ist das nicht zuletzt deshalb, dass viele Aktivist_innen ihn für unschuldig halten. Gleichzeitig werden andere politische Gefangene ignoriert, etwa Russell Maroon Shoats, Joseph Joe-Joe Bowens oder Clifford Lumumba Futch, um nur einige wenige zu nennen, die seit vierzig Jahren für bewaffnete Aktionen gegen offen rassistische und repressive Polizei- und Regierungsbehörden eingesperrt sind. Verdienen sie weniger Unterstützung als Mumia, weil sie nicht "unschuldig" sind und sich nicht, wie andere Gefangene, als hilflose Opfer darstellen? Es kommt zu einem moralischen Dilemma, wenn Aktivist_innen politische Gefangene unterstützen, welche die ihnen vorgeworfenen Verbrechen nicht begangen haben, während politische Gefangene ignoriert werden, die kompromisslos zu ihren Überzeugungen stehen und ihre Aktionen als gerechtfertigt verteidigen. Dieses Dilemma erklärt wohl, warum auch unter den Gefängnisinsassen die meisten Mumia kennen, aber nicht die Maroons, Joe-Joes und Lumumbas, die alle "so wie wir" sind.

Das heißt keineswegs, dass Mumia nicht die Unterstützung verdient, die ihm zukommt. Im Gegenteil: Mumia verdient all die Unterstützung, die ihm zukommt, und noch viel mehr. Mumia ist eine Inspiration für alle Gefangenen und steht für das Gewissen derer, die inmitten des Gefängnissystems um ihre Freiheit und Würde kämpfen. Als ich im Jahr 2000 im Gefängnis von Huntingdon sein Buch Live From Death Row das erste Mal las, half es mir ganz wesentlich dabei, meine eigene Stimme als Gefängnisautor und -aktivist zu finden. Alles, was ich – zusammen mit vielen anderen – sagen will, ist, dass auch anderen politischen Gefangenen Unterstützung zukommen muss, selbst wenn ihre Fälle weniger bekannt sind. Das gilt auch für politisierte Gefangene, die ihre Erlösung in revolutionärer Politik und entsprechenden Werten gefunden haben, nachdem sie vor ihrer Verhaftung zur Zerstörung ihrer eigenen Communities beitrugen – auch wenn sie vielleicht die Taten, für die sie verurteilt wurden, nie begangen haben.

Es gibt eine nicht enden wollende Reihe an Gründen, warum politisierte Gefangene zu unterstützen sind. Die Liste ist für dieses Forum zu lang. Wenn es jedoch wirklich notwendig sein sollte, all diese Gründe aufzuzählen, dann sollten sich Aktivist_innen auch Gedanken darüber machen, warum das so ist. Ich möchte damit keine Schuldgefühle hervorrufen. Ich möchte jedoch eine einfache Frage stellen: Wenn Aktivist_innen gegen den Prison Industrial Complex kämpfen, sollten sie dann nicht auch Beziehungen zu den Menschen aufbauen, mit denen sie kämpfen? Ich sage mit denen und nicht für die, weil politisierte Gefangene nicht als hilflose Opfer gesehen werden wollen. Sie sind Teil einer Bewegung, die weltweit gegen Ungerechtigkeit kämpft. Sie sind das nicht, weil sie selbst gerettet werden wollen, sondern weil sie ihren Beitrag zur Rettung der Welt leisten möchten. Sie möchten teilhaben am Kampf gegen die Tyrannei der Konzerne und für die Freiheit. Denn wenn die Freiheit ein Verbrechen ist, dann sind nur Verbrecher frei.

Mai 2012

Übersetzung: AAP